Informativ

Liebe Besucher des IG Presa Canario Internetauftritts, unter dem Punkt Informativ finden Sie in Ergänzung der FAQ’s, der häufig gestellten Fragen zum Presa Canario, weiteres Interessantes und Wissenswertes. Statements von Züchtern und Hundebesitzern, etc. sind genauso abgebildet wie geschichtliche Informationen oder auch aktuell relevante Themen wie bspw. die überbordende Erfindung neuer “Rassen“ und die damit einhergehende Mischlingszucht mit Presa Canrio Blut.


 

Die Grundsätze der Interessengemeinschaft Presa Canario bei der Zucht – Ein Leitfaden für die Zucht von Rassehunden unter dem Aspekt gesunden Menschenverstandes.

  • Erbgesund ist ein Rassehund dann, wenn er die Standardmerkmale (Rassetyp und rassetypisches Wesen) im ausreichenden Maß vererbt und keine physischen und psychischen Einschränkungen aufweist.
  • Es darf nicht wissentlich mit Tieren welche Träger erblicher/vererblicher Defekte sind gezüchtet werden.
  • Alle Züchter sind angehalten nicht auf Übertreibungen der Rassemerkmale und ihre negativen Folgen für die funktionale Gesundheit der Hunde zu züchten.
  • Zur Zucht nicht zugelassen sind insbesondere Hunde, die folgende Fehler haben: Wesensschwäche, angeborene Taubheit oder Blindheit, Hasenscharte, Spaltrachen, erhebliche Zahnfehler und Kieferanomalien, PRA, Epilepsie, Kryptorchismus, Monorchismus, Albinismus, festgestellte schwere Hüftgelenksdysplasie.
  • Jeder Hund, welcher zur Zucht Verwendung finden soll, muss auf diese Punkte untersucht werden.
  • Hündinnen dürfen nur einmal im Jahr belegt werden.
  • Nach zwei aufeinander folgenden “Wurfjahren“ sollte eine Hündin ein Jahr ohne weiteren Wurf leer bleiben.
  • Es ist Pflicht jedes Züchters die Grundlagen einer artgerechten Haltung und gesunden Aufzucht sowie einer vernünftigen Ernährung seiner Hunde zu gewährleisten.
  • Jeder Züchter ist angehalten potentielle Welpenkäufer auf ihre Eignung für die Hundehaltung zu hinterfragen und nur an vernünftige Personen Tiere zu verkaufen.
  • Jeder Züchter sollte seine Welpenkäufer in ausreichendem Umfang über rassespezifische Themen informieren und angemessene Hilfe bei der Welpenauswahl bieten.
  • Als Leitbild nicht als Dogma der Presa Canario Zucht kann der Standard von 1989 genutzt werden. Oberste Priorität hat die Gesundheit und das Temperament sowie die Leistungsfähigkeit der Hunde.
  • Die Einzüchtung rassefremder Hunde ist nicht zulässig.

 


 

Entstehungsgeschichte des Dogo Canario - Information für alle Dogo Anhänger, die mehr über die Geschichte Ihrer Hunderasse erfahren wollen.

Die Rasse Dogo Canario ist seit dem 04.06.2001 von der FCI unter der Nummer 346 vorläufig anerkannt und entstand auf Basis der Umschreibung des Presa Canario Standards (mehr zum Thema Standardunterschiede lesen Sie unter “der Presa Canario“).
Der Dogo Canario ist also eine Variante des Presa Canario, mit neu geschaffenem Standard. Aufgrund der hohen Bedeutung des Temperamentes und der Arbeitsleistung eines Presa Canario war und ist die zu starke Beachtung eines Rassestandards gemäß morphologischer Gesichtspunkt beim Presa Canario seit jeher stark umstritten. Man kann also sagen dass der Dogo Canario für alle Ausstellungs-ambitionierten Züchter geschaffen wurde. Ungünstig nur das durch die Negierung der alten Rassebezeichnung eine weitere Baustelle aufgemacht wurde. Ein weiteres Problem stellt die Veränderung des Rassestandards dar. Bedingt durch diese Änderungen (mehr hierzu unter “der Presa Canario“) werden sich Dogo und Presa langfristig zu zwei unterschiedlichen Rassen entwickeln, wobei aufgrund der existierenden unterschiedlichen Presa Schläge sicher auch immer wieder ein Presa Zugang zur Dogo Zucht finden können wird. Umgekehrt ist dies bedingt durch die sehr engen Grenzen des Dogo Standards sicherlich bald nicht mehr statthaft.
Mittlerweile gibt es in vielen nationalen Zuchtverbänden, so auch im VDH eine Reihe von eingetragenen Züchtern. Gegen die Anerkennung des Dogo Canario regt sich speziell aus Reihen der traditionsorientierten spanischen Züchter einiger Widerstand. Mittlerweile wurde auch eine Petition beim FCI gegen die Entstehung des Dogo eingereicht. Eine Übersetzung ins deutsche und die Möglichkeit zur Unterzeichnung findet sich unter “der Presa Canario“.
Die eigene Historie des Dogo Canario ist noch sehr jung, alle Interessierten sollten sich daher unter “der Presa Canario; Was ist der Presa Canario und wo liegen seine Ursprünge?“ über den Ahnherr informieren.


 

Mischlingsproblematik und Namens Wirrwarr - eine Erklärung europäischer Presa Canario Züchter unter Führung spanischer Vertreter zum “Alano - De La Arena“, federführend zu nennen ist Gabriel Gallego Arenas.

 


 

Die IG Presa Canario zum Thema Alano – Eine Einlassung auf logischer und geschichtlicher Basis.


Zum Thema Alano (Alan, Alaunt,..) ist ganz schlicht und ergreifend festzuhalten, dass dies eine Zeitlang im Mittelmeerraum gebräuchliche Begrifflichkeit für der Morphologie nach ähnliche Doggenschläge war. Wie das heutige Wort Dogge, Douge, Dogo auch in mehreren Europäischen Ländern analoge Bedeutung hat. Es gab leichte Alanos (Doggen) für die Hatz, schwerere Alanos (Doggen) als Packer wehrhaften Wildes und bspw. in Spanien sehr schwere Doggen als Partner des fahrenden Schlachters (mehr Infos zu dieser Verwendung unter “der Presa Canario“). Niemand mit Hundesachverstand wird jetzt aber auf die Idee kommen diese länder- und regionalspezifischen Hundeschläge, nur weil sie in manchen Quellen unter demselben Synonym geführt wurden, als einen miteinander verbundenen Rasseschlag zu bezeichnen. Sicher sind alle Hunde gemäß Ihrer Abstammung vom Wolf miteinander verwandt, schließlich handelt es sich um eine Spezies. Wie aber auch schon von Dr. Dieter Fleig in seinen Büchern ausgeführt, sollte man akzeptieren dass in verschiedenen Ländern gemäß ähnlichen Verwendungszwecken auch ähnliche Hunde heraus gezüchtet wurden. Für eine Abstammung aller Molosser bspw. von der Tibetdogge fehlt genauso die geschichtliche wie auch eine logische Legitimation, wie das bei den Teckeln mit der Herkunft aus Ägypten und beim Alano mit den Ahnherrschaft für alle Doggerassen der Fall ist. Wie leicht die Spezies Hund in Ihrer Morphologie in sehr kurzer Zeit veränderbar ist, zeigen die mittlerweile weltweit wohl über 800 Hunderassen. Dieses Wissen dürfte als logische Grundlage für die Entstehung verschiedener Hundeschläge in verschiedene Epochen und unterschiedlichen Ländern eigentlich genügen. Wie viele Hunde auf wie vielen Reisen und Schiffsturns hätte es auch gebraucht um eine wirkliche Abstammung zu begründen. Weiterhin darf nicht vergessen werden, dass es eine Rassehundezucht nach heutigen Gesichtspunkten erst seit rund 150 Jahren gibt. Anmerkung: In Spanien existiert eine, im Real Canine Society of Spain (R.S.C.E) eingetragene Hunderasse namens Alano Espanol. Dem Typ nach ein leichterer Doggenschlag. 
 


 

Stellungname IG Presa Canario zum Thema Namens Wirrwarr und Mischlingszucht – Eine Einlassung auf Basis von Toleranz und Verständnis gegenüber der Selbstbestimmung und Handlungsfreiheit jedes Menschen, welche aber auch Fairness und Aufrichtigkeit nicht außer Acht lässt.


Eine analoge Problematik mit erfunden Rassebegriffen als Deckmantel für wilde Mischlingszucht haben wir aktuell bei Antikdoggen, Dogue de Antigüedades (Dogge der Antike), Alauntbulls, oder ähnlichen Absurditäten.
Niemanden kann oder sollte, eine gute und artgerechte Haltung vorausgesetzt, verwehrt werden Tiere zu züchten. Beim Verkauf und der Anpreisung sollten aber immer das Wissen und die Aufrichtigkeit über die favorisierte Rasse und die gezüchteten Tiere als Grundlage dienen.
Für Mischlinge eine Rassebezeichnung zu erfinden und den Käufern zu suggerieren es handle sich bei den “Zuchtergebnissen“ um eine alte, traditionelle Hunderasse, wie es teilweise unter dem oben aufgeführten Bezeichnungen versucht wird, ist mehr als zweifelhaft und nicht nur nach europäischen Recht als Betrug und Täuschung rechtlich unzulässig. Noch krimineller wird es wenn die bewusst geführte Mischlingszucht, je nach aktueller Situation auf dem “Markt“ auch wieder "reinrassige Welpen" realer Hunderassen hervorbringt, Welpen bspw. als Presa Canario verkauft werden.
Wer Spaß hat Hunde zu züchten kann dies nun mal auf verschiedenste Art und unter verschiedensten Namen und Bezeichnungen seiner Zucht tun. Solange keine tierschutzrechtlichen oder haltungsbezogene Verfehlungen vorliegen gibt es keine negativen Einbringungen gegen die Zucht von Tieren. Auch können sich profitorientierte Tierhändler gewerblich registrieren lassen und insofern sie die Grundlagen an Haltung und Aufzucht einhalten, sowie die gewerbebezogenen Aspekte richtig handhaben, ohne Probleme Tiere züchten und verkaufen.
Es sollten aber auch andere Grundsätze nicht außer Acht gelassen werden, die heutzutage viel zu wenig Beachtung finden. Die Grundsätze eines guten und fairen Miteinanders, eines professionellen und aufrichtigen Geschäftsgebarens und einer sauberen und ehrlichen Informationspolitik. Arglistige Täuschung und Betrug sind Straftatbestände die sich auch ohne Studium der Rechtswissenschaften allein mit dem gesunden Menschenverstand und durch aufrichtigen Umgang mit den Mitmenschen allen erschließen und somit leicht vermeidbar sind.
 


Nachrufe für Attila